DIN A TESTBILD Programm 6 Collage
17-medium-2.jpgNew Album - release date 5.3.2010 - Label Bureau B. -
 
Art.Nr.:bb051
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Titel:

  1. Under My Skin - Intro     7:46

  2. Factory                             1:05

  3. Industrial                         6:23

  4. Neu Berlin                        4:15

  5. Lucky Number                 1:30

  6. Grashopper                      7:53

  7. Chilläxed                          1:40

  8. Get Started                      7:23

  9. Overdose                         2:03

10. Go                                     7:04

                              

30 Jahre nachdem ihr Debütalbum „Programm 1“ auf Klaus Schulzes IC-Label erschien, setzen die Berliner ihre Albumserie im Jahre 2010 mit „Programm 6“ fort. Neben Mark Eins haben daran noch die langjährigen Mitglieder Nutty Norman und Ralf Zimmermann sowie Axel Brand mitgewirkt. Als Gastmusiker waren Gitarrist Gerrit Meijer (eine weitere Berliner Musiklegende, von der Band PVC) und Sängerin Bettina Schoch beteiligt.

DIN A TESTBILD zielen mit „Programm 6“ auf den Tanzboden: treibende Basslinien, hypnotische Grooves, dunkle Harmonien, maschinenhafte Sounds, hervorgestoßene Shouts. Das Ganze wirdveredelt durch sporadisch eingesetzte Industrial-Instrumente wie Gerrit Meijers Metallmaschinengitarre oder Nutty Normans Chaoszillator und manchmal sogar durch mitreißende Vocals von Bettina Schoch.

Ihr Album spielt ohne Pause durch – darauf weben DIN A TESTBILD eine intensive, tanzbare,elektronische, expressive Sound-Collage. Digital Sound Art nennt die Band ihre „akustische Kulisse für das dritte Jahrtausend“. Dieser Begriff sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass durchaus noch analoge Instrumente zum Einsatz kommen, am auffälligsten darunter die trashige Gitarre. Mark Eins über seine Musik: „Es geht nicht um Melodiebögen, sondern um akustische Wahrnehmung und um Unterhaltung auf hohem Niveau. Nicht um den Standard, sondern um dieHerausforderung. Nicht um Selbstbestätigung, sondern um Selbstfindung in einer modernen, intelligenten Welt. Der Mensch ist den Rechnern dieser Welt weit überlegen, weil er fühlt und Glück empfinden kann, weil er denkt, nachdenkt, umdenkt und weiterdenkt. Spaß und Freude für Körper und Geist ohne den Anspruch der Esoterik. Kunst ist Unterhaltung ist Pop.“

„Programm 6“ gibt es als CD im Digipak sowie als Download – und natürlich auch auf Vinyl

 

 

DAT P6 "taz.de"

Im Plattenregal im März : DIN A TESTBILD
von Christian Ihle
 
Din-A-Testbild – Programm 6

Din-A-Testbild waren immer ein Paradebeispiel für die Avantgarde/Experimental-Seite der deutschen Punkexplosion Ende der 70er. Bereits 1979 veröffentlichte die Berliner Band um Mark Eins und (die in der Zwischenzeit ausgestiegene) Gudrun Gut ihre erste Single und bis 1982 sollte jedes Jahr ein “Programm 1/2/3? betiteltes Album folgen. Dass wir 2010 zwar nicht bei bei “Programm 30? aber “Programm 6? angelangt sind, zeigt zweierlei: erstens dass sich Din-A-Testbild die 90er und den größten Teil der Nuller eine Pause genommen hatten und zweitens dass wir auch heute noch nicht weit von Experimental-Musik der Marke “Logischer Gefrierpunkt” auf “Programm 2? entfernt sind. “Programm 6? ist eine Soundcollage, 47 Minuten durchgängige Musik, die in zehn Tracks unterteilt ist. Nicht immer klingen Din-A-Testbild dabei auf der Höhe der Zeit, erreichen aber in ihren besten Momenten wie “Neu Berlin” immer noch eine verstörende Dringlichkeit und nähern sich mit Albumendsong “Go” sogar zaghaft einer Vision von Pop an.

      Anhören!!!
"Neu Berlin" und "
Go"
 
 
 
 
DAT P6 "Die Zeit"
 
Wer Din A Testbild hört, versteht den Elektroclash von heute: Dreißig Jahre nach ihrem Debütalbum beleben sie den tanzbaren Postpunk wieder.

Blitzen noch die Stroboskope? Wabert Trockeneis durch Clubs? Klingt es dort blechern, technoid und kühl? Trägt man dazu wieder Schwarz, Schwarz, Schwarz? Und dunkle Sonnenbrillen? Offenbar ja. Wenn Din A Testbild tun, was sie immer taten, den Wahnsinn dissonanter Harmonie methodisch zu machen, dann kehrt für eine CD-Länge zurück, was später so übel zur “Neuen Deutschen Welle” verballhornt wurde:
Postpunk, der emotionsloseste Angriff auf den Pop überhaupt
Es war Ende der Siebziger, als die Berliner Musikavantgardisten Mark Eins und Gudrun Gut begannen, aus alternativen Klänge etwas zu mixen, was damals erst nach einem Namen suchte. Noch vor den Einstürzenden Neubauten dekonstruierten Din A Testbild tradierte Melodiemuster auf handgemachten Science-Fiction-Instrumenten und prägten mit ihrer symphonischen Plattenreihe Programm 1 bis 3 die Entwicklung des heimischen Techno so nachhaltig wie sonst vielleicht nur Kraftwerk. Jetzt also Programm 6, die Fortsetzung des fünften Teils von 2007, beinahe 20 Jahre nach dem vierten.
Das klingt so lange Zeit nach dem Debüt natürlich arg nach Reminiszenz, einer selbstreferenziellen zumal – ein bisschen staubig, ein bisschen maniriert, ein Ausdruck fehlender Entwicklung. Aber das wirkt noch immer: Wenn Mark Eins, Nukleus des aufkommenden Electroclash jener Jahre, zwar ohne Gudrun Gut, aber mit den alten Bandmitgliedern Ralf Zimmermann und Nutty Norman aufs Neue endlose Klangteppiche ausrollt, wird es hektisch, rastlos und nervös. Dann zeigt der angerostete Techno zwar seine nostalgische Seite, aber beileibe nicht seine schlechteste. Dann wird das Studio zum Experimentierfeld und die Tanzfläche verschwitzt.
Sicherlich, das erinnert Radiogewöhnte Ohren bisweilen an Dr. Mabuse oder D.A.F., die populären Vertreter eines mainstreamfeindlichen Genres. Doch wenn Din A Testbild ihre konzentrischen Bassläufe übergangslos vom ungeduldigen Industrial zum fast gereizten Neu Berlin hinüberdrücken oder in Get Started zu Zimmermanns zappeligem Schlagzeug anschwellen lassen – da dürfte manch nachgeborener Digital Punk von den Chemical Brothers über Fischerspooner bis hin zu The Rapture seine eigenen Wurzeln spüren.
Dass Mark Eins dabei unentwegt das Wesen des Gehörten verbalisiert: Synergy. Devotion. Techno. Industrial. Music. Roboting. Working Hero. Sowas mag zwar ein wenig aufgesetzt wirken, seltsam redundant und altbacken. Aber so funktioniert diese Art Underground nun mal noch immer: Ohne Refrains und Strophen, ohne tieferen Sinn, Pausen oder Liedstrukturen. Einfach elegische Wiederholung um ihrer selbst Willen, die eingestreute Elemente vom Jazz-Saxofon bis zur Kinderorgel nicht als Zitate, sondern gelegentliche Fixpunkte einer unendlichen Struktur versteht. Auch Programm 6 sprengt also die tradierte Schichtung in Strophe-Titel-Platte. Die Übergänge muss man sich selbst suchen. Im Zweifel tun es die Beine, der Bauch. Oder das Stehvermögen im Strobogewitter vernebelter Clubs.

“Programm 6? von Din A Testbild ist erschienen bei bureau b/Indigo.
Kategorien: Elektronika
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    Terrorverlag Music Magazine  - DIN A TESTBILD Programm 6

    Hypnotischer Avantgarde Electro.
    Eine leere Worthülse oder der Versuch einer Annäherung?

    Als DIN A TESTBILD 1978 von Mark Eins und der legendären Gudrun Gut (EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN) ins Leben gerufen wurde, durfte sich das Gros der heutigen Schnellectro Szene noch Sternenstaub im All nennen. Elektronische Musik war damals noch ein Tummelplatz für Abenteurer, kein Ufta Ufta von der Stange. Da waren Geniale Dilletanten am Werk, so auch der Name des kultigen Festivals im Berliner Tempodrom 1981, wo DAT natürlich auch am Start waren. Zwischen 1993 und 2007 pausierte man, bevor das „Programm 5“ eine Rückkehr markierte, welche nun mathematisch korrekt im Titel eine Fortsetzung findet. Heutige Mitglieder: Mark Eins, Ralf Zimmermann, Nutty Norman, Axel Brand. Vorgeschichte abgehakt.

    Nach eher chilligem Beginn leiten Industrial Elemente über in einen hypnotischen Beat. Loops, Hall, Wortwiederholungen – eine grandiose Collage fliessender Übergänge. Mal progressiver Kraut Electro, drogengeschwängert geheimnisvoll, dann SCHILLERereske Elemente entspannter Lässigkeit („Grashopper“). Ein Saxofon, World Music, ein utopisches „Neu Berlin“ in synthetische Klänge gegossen. Die Augen schließen und sich von den dunklen Grooves treiben lassen. Gerrit Meijers Gast-Gitarre sorgt für verzerrte Farbtupfer im repetetiven Sound. Man kann sich quasi die Hauptstädtischen Clubberer vorstellen, wie sie in einen grau-roten Morgen tanzen. Aufgeschlossene Schwarz-Electros neben Old School Puristen und musikalischen Hasardeuren.

    Ein auch im Jahre 2010 aussergewöhnliches Klangerlebnis, auf das man sich in aller Tiefe einlassen muss. Elektronischer Crossover vom feinsten, DIN A TESTBILD sind definitiv das „bessere“ Programm...


    Terrorverlag Gbr
    Ackerstrasse 25
    33330 Gütersloh

    TK (26-03-2010)

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